OGS steht für „Offene Ganztagsschule“ — in Nordrhein-Westfalen der Standard-Begriff für die Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Sie ist dort deutlich weiter verbreitet als die gebundene Ganztagsschule und seit dem Schuljahr 2026/2027 der wichtigste Weg, über den das Land den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erfüllt. Was die offene Ganztagsschule bundesweit ausmacht, erklären wir unter Was ist die offene Ganztagsschule?
Was kostet die OGS?
Anders als in Bayern, wo das schulische Ganztagsangebot kostenfrei ist, ist die Ganztagsbetreuung in Nordrhein-Westfalen kostenpflichtig. Das Land setzt nur eine Obergrenze: Seit dem 1. August 2026 darf der Elternbeitrag höchstens 242 Euro pro Monat und Kind betragen, danach steigt die Grenze jährlich um 3 Prozent. Innerhalb dieser Grenze legt jede Kommune die Beiträge selbst fest — per Elternbeitragssatzung, auf Grundlage von § 9 Absatz 3 Satz 4 SchulG in Verbindung mit § 51 Absatz 5 KiBiz. Deshalb zahlen Familien in Nachbarstädten für dasselbe Angebot unterschiedlich viel.
Als Rahmen nennt der Runderlass des Landes eine soziale Staffelung nach dem Einkommen und optional eine Ermäßigung für Geschwisterkinder. Wie das aussieht, zeigen drei Beispiele: Köln staffelt in zehn Stufen von 0 bis 234 Euro im Monat, die Gemeinde Eitorf in 14 Stufen von 0 bis 221 Euro, und Duisburg erhebt seit dem 1. August 2025 gar keine Beiträge mehr. Eine landesweit gültige Zahl gibt es nicht, maßgeblich ist die Satzung deiner Kommune. Beispiele, Zusatzkosten und Quellen stehen im Ratgeber OGS Kosten NRW.
Ein Punkt, der sich zu prüfen lohnt: Manche Satzungen befreien bei bestimmten Sozialleistungen vom Beitrag. Die Satzung der Gemeinde Eitorf sieht für die Dauer des Leistungsbezugs eine vollständige Befreiung vor bei
- Bürgergeld oder anderen Leistungen nach dem SGB II
- Sozialhilfe und Grundsicherung nach dem SGB XII
- Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
- Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz
- Wohngeld
Das ist aber keine landesweite Regel. In Wuppertal gelten Sozialleistungen laut Stadtportal als Einkommen und befreien nicht von der Beitragspflicht. Prüf deshalb in der Satzung deiner Kommune, ob Wohngeld oder Kinderzuschlag dort auf der Befreiungsliste stehen. Für Familien in schwieriger Lage sieht der Runderlass außerdem vor, dass Eltern besonders förderungsbedürftiger Kinder auf eine Reduzierung, einen Erlass oder die Übernahme der Beiträge durch die wirtschaftliche Jugendhilfe (§ 90 SGB VIII) hingewiesen werden sollen.
Getrennt berechnet werden können Mittagessen und Ferienbetreuung. Beides darf laut Runderlass zusätzlich zum Elternbeitrag erhoben werden. Ob die Ferienbetreuung im Beitrag enthalten ist, handhaben die Kommunen unterschiedlich — nachfragen lohnt sich. Die Kosten für das Mittagessen übernimmt bei geringem Einkommen das Bildungs- und Teilhabepaket; wie du eine Beitragsermäßigung beantragst, erklären wir gesondert.
Wie funktioniert die OGS?
Die Teilnahme ist freiwillig — eine Ganztagspflicht gibt es in Nordrhein-Westfalen nicht. Die Betreuung schließt an den regulären Unterricht an und wird meist von externen Trägern der Jugendhilfe organisiert, nicht von der Schule selbst. Das Zusammenspiel von Grundschule und Träger ist das prägende Merkmal des nordrhein-westfälischen Modells.
- Betreuung an allen Schultagen, in der Regel bis 16 Uhr, teils bis 17 Uhr
- Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Arbeitsgemeinschaften und Freizeitangebote
- Elternbeiträge kommunal festgelegt und nach Einkommen gestaffelt
- Anmeldung meist im Frühjahr für das kommende Schuljahr, verbindlich vom 1. August bis 31. Juli
Wer ist eigentlich dein Vertragspartner?
Diese Frage wird erst wichtig, wenn etwas geklärt werden muss — dann aber sofort. Mit der Anmeldung schließt du einen Betreuungsvertrag. Wer dein Vertragspartner ist, unterscheidet sich je nach Kommune: Häufig ist es der Schulträger, also die Stadt oder Gemeinde. Anderswo schließt du den Vertrag direkt mit dem Träger der OGS, etwa einem Trägerverein. Das steht in deinem Vertrag. Was in so einem Vertrag üblicherweise geregelt ist, erklärt der Ratgeber Betreuungsvertrag OGS.
Praktisch läuft der Weg oft trotzdem über die Schule: In den Betreuungsverträgen von Aachen und Düsseldorf wird eine Kündigung gegenüber der Schulleitung erklärt, die sie an die Stadt weiterleitet. Das Familienportal des Landes nennt als erste Anlaufstelle für Fragen zu Zeiten, Beiträgen und Anmeldung ebenfalls die Schule, den Träger der OGS oder den Schulträger.
Abmeldung: die Fristen unterscheiden sich drastisch
Die Anmeldung bindet für das gesamte Schuljahr — nach der Anmeldung ist die OGS verbindlich, auch wenn die Teilnahme selbst freiwillig gewählt wurde. Das Familienportal NRW formuliert es unmissverständlich: Der Betreuungsvertrag ist verbindlich für das ganze Schuljahr und verpflichtet in der Regel zur regelmäßigen, möglichst vollumfänglichen Teilnahme — eine Abmeldung ist nur in Ausnahmefällen möglich.
Für den Ausstieg zum Schuljahresende gilt: Eine landesweit einheitliche Frist gibt es nicht. Wie weit die Spanne innerhalb eines einzigen Bundeslandes reicht, zeigt ein Blick in die kommunalen Regelungen:
| Kommune | Kündigungsfrist zum Schuljahresende |
|---|---|
| Ibbenbüren | 8. März |
| Wachtberg | 15. März |
| Eitorf | 31. März |
| Aachen | 30. April |
| Düsseldorf | 30. April |
| Wuppertal | 30. April — ohne Kündigung läuft der Vertrag bis zum Ende des vierten Schuljahres |
| Bad Honnef | keine — der Vertrag endet zum 31. Juli, für jedes Schuljahr wird neu angemeldet |
Zwischen Anfang März und Ende April liegen fast zwei Monate — und in Bad Honnef stellt sich die Frage gar nicht, weil der Vertrag ohnehin ausläuft. Verlass dich deshalb nicht auf eine Zahl aus dem Internet, sondern sieh in deinem Betreuungsvertrag und in der Elternbeitragssatzung deiner Kommune nach. Findest du nichts, genügt eine kurze E-Mail ans Sekretariat: Bis wann muss eine Abmeldung zum Schuljahresende vorliegen, und ab wann entfällt der Beitrag?
Ein fertiges Schreiben erzeugt unser Musterbrief-Generator. Wie die Fristenlogik grundsätzlich funktioniert, erklärt der Ratgeber zu Abmeldefrist und Kündigung zum Halbjahr; eine Schritt-für-Schritt-Anleitung samt Vorlage gibt es unter OGS kündigen in NRW.
Was sich seit August 2026 geändert hat
Zum 1. August 2026 ist in Nordrhein-Westfalen ein neuer gemeinsamer Erlass zu den offenen Ganztagsschulen und den außerunterrichtlichen Angeboten im Primarbereich in Kraft getreten — zeitgleich mit dem bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.
Für den OGS-Betrieb ändert sich wenig. Das Land stellt ausdrücklich klar, dass sich die rechtlichen Rahmenbedingungen durch das Ganztagsförderungsgesetz nicht geändert haben und das bewährte Trägermodell weitergeführt werden kann. Eine Betriebserlaubnis braucht die OGS nicht.
Für Eltern ändert sich mehr. Der Anspruch gilt seit dem Schuljahr 2026/2027 zunächst für die erste Klassenstufe und wächst bis 2029/2030 auf alle Grundschuljahrgänge auf. Er richtet sich nicht gegen die Schule, sondern gegen den örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe — also Landkreis oder kreisfreie Stadt. Reichen die Plätze an den Schulen nicht, muss dieser Plätze in Tageseinrichtungen schaffen. Ein Platzangebot in der OGS wird dabei angerechnet.
Wichtig für die Erwartungshaltung: Ein Rechtsanspruch ist keine Pflicht. Die OGS bleibt freiwillig, und wer den Anspruch nicht nutzen will, meldet sein Kind einfach nicht an. Bekommst du trotz Anspruch keinen Platz, sind Widerspruch und Klage möglich.
Häufige Fragen zur OGS
Was bedeutet OGS?
OGS ist die in Nordrhein-Westfalen übliche Abkürzung für „Offene Ganztagsschule“. Gemeint ist die freiwillige Ganztagsbetreuung an Grundschulen, die im Anschluss an den Unterricht meist bis 16 Uhr läuft und überwiegend von Trägern der Jugendhilfe durchgeführt wird.
Was kostet die OGS in NRW?
Das Land begrenzt den Beitrag ab dem 1. August 2026 auf höchstens 242 Euro pro Monat und Kind. Innerhalb dieser Grenze legt jede Kommune die Beiträge per Satzung selbst fest, meist nach Einkommen gestaffelt. Die Spanne reicht von 0 Euro (Duisburg erhebt keine Beiträge mehr) bis 234 Euro in der höchsten Kölner Stufe. Ob Sozialleistungen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag vom Beitrag befreien, regelt die Satzung: In Eitorf entfällt der Beitrag dann, in Wuppertal nicht. Mittagessen und Ferienbetreuung können zusätzlich berechnet werden.
Kann ich mein Kind während des Schuljahres von der OGS abmelden?
Nur in Ausnahmefällen. Der Betreuungsvertrag bindet vom 1. August bis zum 31. Juli und verpflichtet zur regelmäßigen Teilnahme. Für den Ausstieg zum Schuljahresende gelten kommunale Fristen, die weit auseinandergehen — von Anfang März bis Ende April, mancherorts gibt es gar keine, weil der Vertrag ohnehin ausläuft. Maßgeblich ist dein Vertrag.
Mit wem schließe ich den OGS-Vertrag ab?
Das hängt von der Kommune ab: Häufig mit dem Schulträger, also der Stadt oder Gemeinde, mancherorts direkt mit dem Träger der OGS. Eine Kündigung wird in Aachen und Düsseldorf gegenüber der Schulleitung erklärt, die sie an die Stadt weiterleitet. Maßgeblich ist dein Vertrag.
Habe ich seit 2026 Anspruch auf einen OGS-Platz?
Seit dem Schuljahr 2026/2027 gilt der Rechtsanspruch für Erstklässler, bis 2029/2030 wächst er auf alle Grundschuljahrgänge auf. Er richtet sich gegen den örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe, nicht gegen die Schule. Eine Pflicht zur Teilnahme entsteht daraus nicht — die OGS bleibt freiwillig.
Alle Details zur OGS in Nordrhein-Westfalen findest du auf unserer NRW-Seite. Den Unterschied zur gebundenen Form erklärt unser Artikel Vor- und Nachteile der gebundenen Ganztagsschule.
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