Was Eltern vom Ganztag erwarten — DIPF-Studie mit 4.330 Familien

Was Eltern vom Ganztag erwarten: Neue Studie mit 4.330 Familien

Gilt für:Grundschule·Zuletzt geprüft: August 2026

Was Eltern vom Ganztag erwarten ist deutlich vielfältiger, als viele annehmen. Kurz vor dem Start des bundesweiten Rechtsanspruchs hat das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung eine der bislang größten Elternbefragungen zum Thema veröffentlicht — mit teils überraschenden Ergebnissen darüber, was sich Familien wirklich von der Ganztagsbetreuung wünschen.

Die Regelungen unterscheiden sich je Bundesland. Maßgeblich sind die Vorschriften deines Bundeslandes und die Satzung deiner Kommune. Dieser Ratgeber gibt allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Regelungen nach Bundesland im Überblick →

Die Studie im Überblick

Im Rahmen des Forschungsverbunds „Schule macht stark“ befragte ein Team um Dr. Amina Kielblock Ende 2024 bundesweit 4.330 Eltern von Grundschulkindern zu ihrer Nutzung und ihren Erwartungen an Ganztagsangebote. Die Ergebnisse wurden im Mai 2026 veröffentlicht — passend zum bevorstehenden Start des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung ab 2026. Die vollständige Studie ist unter dem Titel „Betreuung und Bildung von Grundschulkindern. Perspektiven der Eltern“ bei pedocs.de frei zugänglich.

Die Studie ist Teil des bundesweiten Forschungsverbunds „Schule macht stark“, der Bildungsgerechtigkeit an Schulen in herausfordernden Lagen untersucht. Damit liefert sie nicht nur allgemeine Stimmungsbilder, sondern eine methodisch fundierte Grundlage für die anstehende Umsetzung des Rechtsanspruchs — für Kommunen, Schulträger und letztlich auch für Eltern bei der eigenen Entscheidungsfindung.

Was Eltern vom Ganztag erwarten: Zwei unterschiedliche Erwartungshaltungen

Die Studienleiterin Dr. Kielblock betont, dass sich die Bedürfnisse von Familien beim Thema Ganztag stark unterscheiden — je nachdem, welche Lebenssituation die Familie hat. Wer den Ganztag nutzt und warum, hängt eng mit Familienform, Erwerbstätigkeit, Bildungshintergrund und Wohnort zusammen.

Die Studie identifiziert dabei zwei grundlegend unterschiedliche Erwartungshaltungen:

  • Vereinbarkeitsorientierte Eltern: Für sie steht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Mittelpunkt — der Ganztag ist vor allem verlässliche Betreuung, die Berufstätigkeit ermöglicht.
  • Pädagogisch orientierte Eltern: Für sie zählt vor allem die inhaltliche Qualität — individuelle Förderung, Lernunterstützung und pädagogische Angebote stehen im Vordergrund, unabhängig vom eigenen Betreuungsbedarf.

Besonders bemerkenswert: Bildungsferne Familien erhoffen sich Lernunterstützung

Eine der interessantesten Einzelerkenntnisse der Studie betrifft Familien ohne akademischen Hintergrund: Sie erhoffen sich vom Ganztag besonders häufig konkrete Unterstützung beim schulischen Lernen ihrer Kinder — mehr als rein organisatorische Entlastung. Das deckt sich mit früheren Erkenntnissen der StEG-Studie, wonach gerade ressourcenärmere Familien von einer guten Ganztagsschule besonders profitieren können.

Für die praktische Umsetzung bedeutet das: Eine gute Ganztagsschule sollte nicht nur als reine Betreuungslösung gedacht werden, sondern gezielt Förderangebote für Kinder bereitstellen, deren Eltern zu Hause weniger Unterstützung beim Lernen bieten können.

Was bedeutet das für deine Schulwahl?

Die Studienergebnisse liefern eine praktische Orientierungshilfe für die eigene Entscheidung: Werde dir bewusst, welcher der beiden Schwerpunkte für deine Familie wichtiger ist.

  • Steht bei dir vor allem verlässliche Betreuungszeit im Vordergrund? Dann frag gezielt nach Betreuungszeiten, Randzeiten und Verlässlichkeit bei Personalausfall.
  • Ist dir pädagogische Qualität wichtiger? Dann frag nach dem Rhythmisierungskonzept, dem Personalschlüssel und konkreten Förderangeboten.

Eine gute Checkliste für solche Fragen findest du in unserem Artikel Kosten-Check: Was du bei deiner Kommune erfragen solltest.

Häufige Fragen zur DIPF-Elternbefragung

Wer hat die Studie durchgeführt?

Das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, unter Leitung von Dr. Amina Kielblock, im Rahmen des Forschungsverbunds „Schule macht stark“.

Wie viele Eltern wurden befragt?

Insgesamt 4.330 Eltern von Grundschulkindern wurden Ende 2024 bundesweit befragt. Die Ergebnisse wurden im Mai 2026 veröffentlicht.

Was ist die wichtigste Erkenntnis der Studie?

Eltern sind beim Thema Ganztag keine einheitliche Gruppe — ihre Bedürfnisse unterscheiden sich stark je nach Familienform, Erwerbstätigkeit, Bildungshintergrund und Wohnort. Manche legen Wert auf Vereinbarkeit von Familie und Beruf, andere auf pädagogische Qualität und Förderung.

Was erwarten sich bildungsferne Familien besonders vom Ganztag?

Familien ohne akademischen Hintergrund erhoffen sich der Studie zufolge besonders häufig konkrete Unterstützung beim schulischen Lernen ihrer Kinder — mehr als rein organisatorische Entlastung.

Für Eltern, die sich aktuell mit der Schulwahl beschäftigen, lohnt sich ein Blick auf beide Aspekte — Verlässlichkeit und pädagogische Qualität — um die für die eigene Familie passende Ganztagsschule zu finden.

Quelle: Kielblock, A.; Haas, T.; Kielblock, S. (2026). Betreuung und Bildung von Grundschulkindern. Perspektiven der Eltern. DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation.

Dieser Beitrag wurde unter Einsatz von KI-Werkzeugen redaktionell erstellt und von der Redaktion geprüft.