Gebundene Ganztagsschule Definition Klassenzimmer Grundschule Deutschland

Was ist die gebundene Ganztagsschule? Definition & Erklärung

Gilt für:Alle Schularten·Zuletzt geprüft: August 2026

Die gebundene Ganztagsschule ist die verbindlichste Form der Ganztagsschule: Die Teilnahme am Ganztag ist für die betroffenen Schülerinnen und Schüler Pflicht. Anders als bei der offenen Ganztagsschule gibt es keine freiwillige Anmeldung zum Nachmittagsprogramm, sondern der Ganztag gehört fest zum Schulalltag. Wie viele Tage und welche Uhrzeiten gelten, legen die Länder fest.

Die Regelungen unterscheiden sich je Bundesland. Maßgeblich sind die Vorschriften deines Bundeslandes und die Satzung deiner Kommune. Dieser Ratgeber gibt allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung im Einzelfall. Regelungen nach Bundesland im Überblick →

Definition der Kultusministerkonferenz

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat festgelegt, wann eine Schule als Ganztagsschule gilt. In der Zusammenfassung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages (KMK-Stand 05.02.2016) sind das diese Bedingungen:

  • Ein ganztägiges Angebot an mindestens drei Wochentagen mit täglich mindestens sieben Zeitstunden
  • An allen Tagen des Ganztagsbetriebs gibt es ein Mittagessen
  • Die Angebote stehen unter Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung
  • Die Angebote stehen in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht

Ob eine Ganztagsschule gebunden ist, entscheidet sich an der Teilnahmepflicht. Das sind die drei Formen:

  • Voll gebunden: Alle Schülerinnen und Schüler der Schule sind zur Teilnahme verpflichtet.
  • Teilweise gebunden: Nur ein Teil der Schülerinnen und Schüler ist verpflichtet, zum Beispiel einzelne Klassen oder Klassenstufen. Mehr dazu im Lexikon unter teilgebundene Ganztagsschule.
  • Offen: Einzelne Schülerinnen und Schüler nehmen auf Wunsch teil.

Wie die Länder diese Formen benennen und regeln, vergleicht der Ratgeber Gebundene oder offene Ganztagsschule. Dort steht auch, wo Länder von der KMK-Definition abweichen.

Wie viele Tage und Stunden gelten in der Praxis?

Die KMK nennt nur das Minimum: drei Tage mit sieben Zeitstunden. Die Länder setzen eigene Vorgaben, zwei Beispiele:

  • Hamburg: An gebundenen Ganztagsschulen (GTS) gilt die Pflicht von 8 bis 16 Uhr an vier Tagen, der fünfte Tag ist freiwillig. Bei teilgebundenen Schulen besteht die Pflicht an höchstens drei Tagen oder an vier Tagen für einen Teil der Schüler (Behördenflyer „Lern- und Lebensort Ganztag“, Stand Mai 2025). Mehr: Ganztag abmelden in Hamburg.
  • Bayern: Die Anmeldung zum gebundenen Ganztag umfasst mindestens vier Wochentage, in der Regel von 8 bis 16 Uhr. Mehr: Ganztag abmelden in Bayern.

Welche Zeiten an eurer Schule gelten, steht im Schulprogramm oder beim Anmeldeverfahren. Frag im Zweifel im Sekretariat nach.

Wie kann der Tag aussehen?

Zum Konzept gebundener Ganztagsschulen gehört häufig die sogenannte Rhythmisierung: Unterricht, Übungszeiten, Pausen und weitere Angebote wechseln sich über den Tag ab, statt dass der Unterricht am Vormittag und die Betreuung am Nachmittag liegt. In Niedersachsen fordert der Runderlass zur Arbeit in der Ganztagsschule (Stand 01.01.2026) für voll gebundene Schulen eine „angemessene Rhythmisierung des Schultages“. Wie genau das aussieht, entscheidet jede Schule selbst.

Ein Beispiel, wie ein Tag aufgebaut sein kann (je nach Schule verschieden):

  • Vormittag: Unterricht in den Fächern
  • Mittagspause: gemeinsames Mittagessen, oft mit Bewegungs- oder Ruhephase
  • Lernzeiten: Übungs- und Vertiefungsphasen im Schultag
  • Nachmittagsangebote: zum Beispiel AGs, Förderung, Sport, Musik oder Kunst

Neben Lehrkräften können auch pädagogische Fachkräfte und Kooperationspartner wie Vereine oder Musikschulen mitwirken. Mehr zum Ablauf: Tagesablauf an der gebundenen Ganztagsschule.

Was für und was gegen diese Schulform spricht, steht in den Vor- und Nachteilen der gebundenen Ganztagsschule.

Wie verbreitet sind Ganztagsschulen in Deutschland?

Nach der KMK-Statistik (Berichtsjahr 2024) hatten 72,4 % der Verwaltungseinheiten, die bei der KMK als Schulen gezählt werden, einen Ganztagsbetrieb (19.356 Einheiten). Gemeint sind alle Ganztagsformen, also gebundene, teilgebundene und offene zusammen. Die Quoten der Länder unterscheiden sich stark: Sachsen 98,7 %, Saarland 96,7 %, Hamburg 96,6 %.

Eine Übersicht für dein Bundesland findest du im Schulfinder für alle 16 Bundesländer.

Was kostet die gebundene Ganztagsschule?

Das regeln die Länder und Schulträger unterschiedlich. Ein Beispiel: In Hamburg ist die Kernzeit von 8 bis 16 Uhr kostenlos (außer in der Vorschulklasse). Randzeiten, Ferienbetreuung und Mittagessen können gebührenpflichtig sein, gestaffelt nach Einkommen. Familien mit Anspruch auf das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) zahlen in Hamburg kein Mittagessen und für sechs Wochen Ferienbetreuung nichts (Behördenflyer, Stand Mai 2025). In anderen Ländern gelten andere Regeln. Frag deshalb beim Schulträger oder der Schule nach.

Rechtsanspruch ab 2026: Was ändert sich?

Ab dem Schuljahr 2026/2027 gilt ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, zunächst für die erste Klassenstufe und jährlich um eine weitere Stufe ausgeweitet. Ab dem Schuljahr 2029/2030 gilt er für die Klassenstufen 1 bis 4.

Der Rechtsanspruch verpflichtet nicht zur gebundenen Form. Er kann auch durch offene Ganztagsangebote oder Horte erfüllt werden. Die gebundene Ganztagsschule bleibt eine von mehreren Möglichkeiten, bei der die Teilnahme verbindlich ist.

Mehr Details: Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung – alle Infos. Weitere Fachbegriffe findest du im Lexikon.

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Häufige Fragen zur gebundenen Ganztagsschule

Weitere Fragen zu Abkürzungen wie OGTS, OGS oder GBS sowie zu einzelnen Schulformen beantwortet unsere FAQ-Übersicht zur Ganztagsschule.

Was ist der Unterschied zwischen gebundener und offener Ganztagsschule?

Nach der KMK-Definition sind bei der gebundenen Form alle (voll gebunden) oder ein Teil (teilweise gebunden) der Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme verpflichtet. Bei der offenen Form nehmen einzelne Schülerinnen und Schüler auf Wunsch teil.

Muss mein Kind an der gebundenen Ganztagsschule teilnehmen?

Ja, wenn die Schule oder die Klasse gebunden ist, gilt die Teilnahmepflicht für den vorgesehenen Zeitraum. Welche Tage und Zeiten gelten und ob eine Befreiung möglich ist, regeln die Länder unterschiedlich. Ob ihr zwischen Schulen oder Formen wählen könnt, hängt von Wohnort und Angebot ab. Hinweise zur Befreiung: Befreiung vom gebundenen Ganztag.

Gibt es Hausaufgaben an der gebundenen Ganztagsschule?

Das hängt vom Konzept der Schule ab. Manche Schulen sehen dafür Lernzeiten im Schultag vor. Wie viel danach noch zu Hause zu tun ist, erfahrt ihr bei der Schule.

Wie lang ist der Schultag an einer gebundenen Ganztagsschule?

Die KMK verlangt mindestens sieben Zeitstunden an mindestens drei Wochentagen. Die Länder legen mehr fest: In Hamburg gilt an gebundenen Ganztagsschulen die Pflicht von 8 bis 16 Uhr an vier Tagen, in Bayern umfasst die Anmeldung zum gebundenen Ganztag mindestens vier Wochentage, in der Regel von 8 bis 16 Uhr.

Ist die gebundene Ganztagsschule kostenlos?

Das regeln die Länder und Schulträger unterschiedlich. In Hamburg ist die Kernzeit von 8 bis 16 Uhr kostenlos, Randzeiten, Ferienbetreuung und Mittagessen können gebührenpflichtig sein. Familien mit Anspruch auf das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) können Kosten übernommen bekommen. Genaue Beträge nennt der Schulträger.

Quellen

  • Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages, WD 8 – 3000 – 064/16: Zusammenfassung der KMK-Definition von Ganztagsschulen (KMK-Stand 05.02.2016)
  • KMK: Allgemeinbildende Schulen in Ganztagsform (Statistik 2024, Tabelle 1.1)
  • Hamburg: Flyer „Lern- und Lebensort Ganztag“ (Stand Mai 2025)
  • Niedersächsisches Kultusministerium: RdErl. „Die Arbeit in der Ganztagsschule“ (Stand 01.01.2026), Nr. 2.6
Dieser Beitrag wurde unter Einsatz von KI-Werkzeugen redaktionell erstellt und von der Redaktion geprüft.